Gute Pflege kostet Geld, dafür muss man kämpfen

Bei der aktuellen Diskussion zum Pflegenotstand, gibt es viele Experten, die wissen was zu tun ist, aber wenig hilfreiche Expertisen, die wirkliche Lösungen anzubieten haben. Mehr Stellen, bessere Bezahlung, Ausbildungsförderung, alles gut, aber es bleibt immer die Frage nach den Kosten und wenn man genau hinschaut, machen alle Politiker einen großen Bogen um das Thema, denn keiner von ihnen will die Pflegeversicherungsbeiträge zu sehr strapazieren und aus dem Topf der Steuergelder sind die notwendigen Milliarden auch nicht zu erwarten. Da hilft nur der Druck der Betroffenen.

Vor zwei Jahren schrieb Daniel Drepper in einem Beitrag mit dem Titel „Wer gut pflegt, zahlt drauf“ „Ein schlecht bewertetes Hotel bucht kaum jemand. Warum funktioniert das nicht für Pflegeheime? Drei Probleme müsste man lösen, damit Qualität sich durchsetzt“.       Seine Begründungen:

  1. „Pflegeheime lassen sich nicht vergleichen
    In allen Branchen gibt es diesen Preisdruck. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied. Ein billiges Auto, das Mängel hat, erhält schlechte Kritiken – und verkauft sich nicht. Ein günstiges Hotel, dessen Personal unfreundlich ist, wird schlecht bewertet – und kann am Markt nicht bestehen. Es gibt Produkttests und Bewertungsportale. All das gibt es für Pflegeheime nicht.
    Weshalb zu niedrige Pflegesätze meist durchgehen
  2. Zu viele Menschen reden bei der Finanzierung mit
    In jedem einzelnen deutschen Bundesland werden Rahmenverträge ausgehandelt, von drei Parteien: den Pflegekassen, den Sozialämtern, den Heimbetreibern. Dabei müssen sich stets alle Beteiligten einig sein. Auf Bundesebene reden bei den Verhandlungen allein 14 Verbände mit, die Pflegeeinrichtungen betreiben.
  3. Sozialämter fördern Billig-Pflege
    Warum? Die Preise in der Pflege steigen, aber die Pflegekassen zahlen weiterhin genauso viel wie zuvor. Das führt dazu, dass der Eigenanteil für die Bewohner und ihre Angehörigen seit Jahren steigt. Das gleiche Problem gilt in besonderem Maße für all jene, die sich diesen Eigenanteil nicht leisten können. Diese Gruppe beantragt Hilfe vom Staat. Darum sitzen auch die Sozialämter der Städte und Gemeinden mit am Verhandlungstisch, wenn die Pflegesätze ausgehandelt werden. Die meisten deutschen Städte sind pleite. Was dazu führt, dass die Sozialämter die Kosten noch härter drücken als die Pflegekassen.“

An diesen Bedingungen hat sich bis heute nichts geändert. Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil, der seit 1.1.2017 mit dem Pflegestärkungsgesetze II eingeführt wurde, ist jetzt für alle Pfleggrade gleich groß, damit hält der Gesetzgeber im Bereich der Pflegeversicherungen seine Kosten stabil, wälzt aber alle Kostensteigerungen in den Einrichtungen auf die Bewohner und die kommunalen Sozialhilfeträger ab, außerdem ist die Durchsetzung höherer Pflegesätze für die Träger nach wie vor schwierig, zeitaufwendig und kostenintensiv, denn sie müssen immer in Vorlage treten und unter Umständen auch den Rechtsweg beschreiten. Dieser Teufelskreis kann nur durchbrochen werden, indem die Träger für kostendeckende Beträge kämpfen.

Ja, das ist leichter gesagt als getan, aber es ist die einzige Möglichkeit. Der Staat mit seinen Gesetzen, die Pflegekassen und die Sozialämter drücken mit den oben beschriebenen Voraussetzungen seit Jahren auf die Preise, dass zwingt Träger und Anbieter sich aus Tarifvereinbarungen zu verabschieden und die Kosten zu reduzieren, um nicht in die Insolvenz abzustürzen. Die Lösung heißt also, Tarif bezahlen, das in einer gut nachvollziehbaren Buchhaltung abbilden und mit den realistischen Zahlen neue Pflegesätze verhandeln, dabei muss man die Sorge überwinden, dass die dann verhandelten höheren Beträge von den Bewohnern mit finanziert werden müssen, denn die Politik hat das so gewollt. Der Druck, der dann bei den Betroffenen entsteht, muss auch mit aller Konsequenz an die Politik übergehen. 
Brauchen sie Unterstützung bei solchen Verhandlungen, ich habe viel Erfahrung damit, melden sie sich, ich helfe ihnen gerne. www.schrey.net

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