Ambulante Intensivpflege – ein krankes Geschäft! -report München-

Die Sendung vom 27.03.2018 reiht sich ein in die Katastrophenmeldungen aus der Pflege wie wir sie von Zeit zu Zeit in Presse Rundfunkt und Fernsehen vorgetragen bekommen. Um keinen falschen Eindruck zu vermitteln, es ist unverzichtbar, dass die Medien die Probleme aufgreifen und den Finger in die Wunden legen, aber was ändert sich?

Das Fazit des Reporters war dann auch klassisch: „Die Politik kann etwas ändern, indem sie endlich für bessere Kontrollen bei Pflegediensten sorgt.“ Ist das die Lösung?

Das Dilemma wurde in dem Bericht mit der AOK Bayern deutlich, die beiden Vertreter der Kasse wiesen indirekt darauf hin, dass die bereits eingesetzten Kontrollen nicht greifen. Erster Punkt ist die MDK Note, sie spiegelte nicht die Realität des Pflegedienstes wider, denn er war mit 1,7 bewertet und die gezeigten Leitungen waren schlecht. Um sich besser zu informieren empfiehlt der Mitarbeiter der AOK den Versicherten, sich den gesamten Transparenzbericht zu besorgen, um sich ein ganzheitliches Bild machen zu können. Die Begründung: die MDK Noten spiegeln nicht alle Inhalte der Prüfung wider. Punkt zwei, der leitende Mitarbeiter der AOK musste eingestehen, dass es ein Versorgungsproblem gibt, das zur Folge hat, dass Pflegedienste, gegen die wegen Betrugs ermittelt wird, die Patienten trotzdem weiter versorgen müssen und sogar von der AOK „empfohlen“ werden.

Es war die Idee der Politik, dass die MDK Noten es den Versicherten erleichtern einen guten Pflegedienst oder eine gute Pflegeinrichtung zu finden. Was ist daraus zu schließen: das Benotungssystem hat versagt, wenn der Versicherte sich schon den ganzen Bericht durchlesen muss um festzustellen, was bei dem Leistungsanbieter gut oder schlecht ist. Ergebnis, die Kontrollen funktionieren nicht, die MDK Noten sind eine Farce.

Noch deutlicher werden die Probleme an der Tatsache, das Pflegdienste kriminelle Energie entwickeln, indem sie unausgebildete, der deutschen Sprache nicht mächtige, ausgebeutete Mitarbeiter zu hochkomplexen medizinischen Aufgaben schicken, um für Leistungen zu kassieren, die sie nicht erbringen und auch nicht erbringen können. Wenn die Kranken- /Pflegekassen diese Pflegedienste dann auch noch vermitteln mit der Begründung, das es ein Versorgungsproblem gibt, dann ist das nicht nur ein Pflegenotstand, dann ist das unverantwortlich und geradezu schizophren.

Kriminelles Handeln wird sich nicht mit MDK Prüfungen lösen lassen, denn kriminelle Energie kann nur mit kriminalistischen Methoden bekämpft werden. Der Pflegenotstand (Fachkräftemangel) braucht zukunftsorientiertes Handeln, er wird nur mit mehr und gutausgebildeten Fachkräften aufgelöst, d.h. eine leistungsgerechte Bezahlung, eine wertschätzende Anerkennung und gute Arbeitsbedingungen, das motiviert und gibt der Pflege Perspektive, wann begreifen wir das endlich!

Verständlicherweise werden jetzt viele fragen: „und wie lösen wir damit den gegenwärtigen Fachkräftemangel“? Natürlich nicht, aber wenn jetzt nicht eine grundlegende Wende eingeleitet wird, werden wir in Zukunft immer mehr Berichte über die Katastrophen in der Pflege sehen, denn viele personelle Bedingungen auch in Stationären Pflegeinrichtungen ähneln schon jetzt der Situation aus der Sendung.

STOP!, etwas kann jetzt schon getan werden, viele Arbeitgeber sollten sich einmal die Arbeitsbedingung in ihren Einrichtungen genauer ansehen, da gibt es auch einiges zu verbessern. Wie sehen sie das?

Illustration Jürgen Pankarz
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