Pflegeheime, man muss die Spreu vom Weizen trennen

Die Bundesregierung hat mit dem Pflegeneuausrichtungsgesetz zum 1.1.2017 den Eigenanteil, den ein Bewohner bezahlen muss, wenn er in einem Heim gepflegt wird, für alle Pflegegrade gleich gemacht, er heißt jetzt Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE). (Hinweis: Diejenigen, die diesen Anteil aus eigenen Mitteln nicht mehr finanzieren können, werden vom Sozialamt unterstützt.) Der „Versicherungsbote“ schreibt dazu: „Der Eigenanteil für die Unterbringung im Pflegeheim steigt weiter an. Allein seit Januar 2018 kletterten die durchschnittlichen Kosten um knapp 80 Euro auf 1.830,84 Euro im Monat“. In einem Vergleich der 16 Bundesländer wird in dem Artikel der niedrigste durchschnittliche EEE mit 1209,46 €  in  Mecklenburg-Vorpommern und der höchste mit 2325,55 €  in NRW berechnet. Was sagt aber die Differenz von über 1100 Euro monatlich über die Qualität in einem Heim aus, ist teurer gleich besser, oder billiger gleich schlechter? In den Heimen in Baden Württemberg z.B. mit einem durchschnittlichen EEE von 2098,36 Euro, kommen auf 100 Bewohner 41,5 Stellen Pflegepersonal, im Vergleich dazu sind es in Mecklenburg Vorpommern 31,7 Stellen. An diesem Beispiel wird deutlich, Einrichtungen mit mehr Pflegepersonal sind teurer, denn mehr Personal heißt höhere Kosten, aber es steht auch mehr Zeit für den einzelnen Menschen zur Verfügung. Für einen geringeren Preis spricht vielfach aber auch die Tatsache, dass die Mitarbeiter in solchen Häusern schlechter bezahlt werden.                                                                                      Neben der Pflege muss ein Heimbewohner natürlich auch für seine Unterkunft und die Verpflegung bezahlen, diese Leistungen müssen ebenfalls genauer betrachtet und bewertet werden. Bezahlt man z.B. in einer Einrichtung in Mecklenburg Vorpommern für das Wohnen, die Reinigung, die Wäsche und die Verpflegung 627 Euro im Monat und in einem Haus in Baden Württemberg 1419 Euro, ist sicher die Frage berechtigt, wo liegt genau der Qualitätsunterschied? Gibt es ein abwechslungsreicheres Essen, wie häufig wird das Zimmer geputzt und ist es evtl. größer, besser ausgestattet, welche Gemeinschaftsräume stehen zur Verfügung und vieles mehr.

Der Preis ist also die eine Seite, ist er aber auch berechtigt, bildet der Preis die Qualität eines Pflegeheims ab? Da 50 bis 60 % der Heimkosten Personalkosten sind, kann man erst einmal davon ausgehen, dass höhere Preise ein Indiz für mehr Personal sind, das möglicherweise auch besser bezahlt wird. Es gibt aber viele Kriterien, die über den Preis hinaus, Aussagen über die Qualität einer Pflegeeinrichtung ermöglichen. Feststellen kann man das allerdings am Besten, wenn man sich das Haus genau ansieht, sich dort auch eine Weile aufhält, mit Mitarbeitern spricht, beim Essen dabei ist und Fragen stellt. Einrichtungen die das ablehnen und sich nicht offen zeigen, sollte man schon mit Vorsicht betrachten. Ist man unsicher und weiß nicht, wie man vorgehen soll, ist es ratsam einen externen Berater mit hinzuzuziehen, der die Materie kennt und auch kritische Fragen stellen kann. Es gibt gute Pflegeeinrichtungen, aber auch viele schlechte, deshalb muss man die Spreu vom Weizen trennen. Haben sie Fragen, dann dürfen sie sich gerne melden www.schrey.net

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