Pflege braucht keine Placebos, sie braucht jetzt gute, wirksame Medizin.

Es ist nur noch traurig, was sich in und um das Thema Pflege 2018 in diesem Lande abgespielt hat.

  • Pflegebedürftige Menschen, die weiterhin aus Zeit- und Fachkräftemangel massiv unterversorgt sind.
  • Viele ausgebrannte Mitarbeiter, die oftmals nur noch ihr schlechtes Gewissen den Menschen gegenüber zur Arbeit treibt.
  • Ein Minister, dessen wichtigstes Ziel es ist, gesehen zu werden, Schlagzeilen zu produzieren und sich als Macher zu profilieren. (Wie steht es nach einem halben Jahr um die „Konzertierte Aktion Pflege“ Herr Spahn?) 
  • Gesetze zur angeblichen Verbesserung der Pflegesituation, die viel Verwaltungsaufwand provozieren, aber faktisch keine positive Wende einleiten. ( 13.000 zusätzliche Stellen, wenn 36.000 offene nicht mal besetzt werden können, das nennt man ein Placebo)
  • Engagierte Mitarbeiter, die versuchen über eine neue Interessenorganisation (Pflegekammern) Einfluss auf die Politik zu nehmen, aber in Wirklichkeit keine Chance dazu haben.
  • Private Trägergruppen, die mit ihren Lobbyverbänden auf die Politik Einfluss nehmen, aber nur um ihre Renditepfründe in der Pflege nicht zu gefährden.
  • Eine Gesundheitspolitik, die seit Jahrzehnten nicht bereit ist, Altenpflege angemessen zu finanzieren, große Kostenanteile auf die Betroffenen abwälzt, sich auf Landes- und Bundesebenen zwei Kontrollinstanzen leistet (MDK und Heimaufsicht), aber nicht in der Lage ist, die gute Pflege von schlechter zu selektieren, heißt, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Es ist wirklich nur noch erbärmlich, wie wenig Orientierung am Menschen das Maß des Handelns in der Politik bestimmt. Schöne Worte, exzellent ausformulierte Versprechen, die bei genauerem Hinsehen mehr Wunschtraum als real erreichbare Ziele sind, mit Formulierungen wie: „wir wollen, es sollte, wir werden suchen müssen, wir möchten, wir glauben.“ Glauben heißt nicht wissen. Politiker propagieren schnelle und scheinbar einfache Lösungen, weil sie sich an die schwierigen Problemen nicht heran trauen. Sie haben Angst davor, dass die Wirtschaftsbosse wieder mit Arbeitsplatzverlusten drohen, sie wollen die schwarze Null nicht gefährden und die Menschen, ganz besonders die hilflosen und abhängigen, geraten dabei immer mehr ins Abseits.

Für 2019 sollte in der Gesundheitspolitik endlich die Einsicht vorherrschen, dass die Altenpflege eine ganzheitliche Reform braucht, die den Menschen die Sicherheit gibt, dass sie bei Pflegebedürftigkeit gut und fachkompetent versorgt werden, sie und ihre pflegenden Angehörigen nicht gesundheitlichen Schaden nehmen und in der Gefahr sind, in die Armut abzugleiten und Fachkräfte so bezahlt werden, das ihre Leistungen eine angemessene für alle gleiche Honorierung garantiert. Es gibt viel zu tun Herr Spahn, denn Pflege braucht keine Placebos, sie braucht endlich gute, wirksame Medizin.

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