Lohengrin hatte Wunderkräfte Herr Spahn, sie auch?

Die Pflege und der viel zitierte Pflegenotstand verschwinden allmählich wieder aus den Schlagzeilen, es gibt genug andere Katastrophenmeldungen und Herr Spahn kann in Ruhe die Beyreuther Festspiele genießen, was ihm von Herzen gegönnt sei. Vielleicht träumt er aber ein wenig davon, als Lohengrin vom Gral herab zu steigen um die Pflege zu erlösen, es ist aber zu vermuten, dass ihm die überirdischen Kräfte dafür fehlen. Es ist ein  Jahrhunderte alter Traum, die Probleme dieser Welt durch übermächtige Kräfte lösen zu können, es ist aber vielmehr die Abgeschiedenheit der Mächtigen in ihrer Welt, dass sie die Sorgen und Nöte der Menschen, des Volkes, nicht soweit an sich heranlassen, dass es wirklich weh tut, sie den Druck von Unten spüren, um dann auch wirkliche Er-Lösungen zu entwickeln. Sind die angeblich Mächtigen möglicherweise ohnmächtig, bestimmt nur noch das Geld die Welt, oder haben menschliche Werte auch noch Einfluss?  In der gegenwärtigen Situation wird einem schon „Angst und Bange“, denn das Geld ist übermächtig, viele „Mächtige“ drehen sich nur noch um sich selber und der  Eindruck täuscht sicher nicht, das Gerechtigkeit, die Würde vor dem Menschen und eine wertschätzende Kommunikation kaum noch eine Rolle spielen. Darum wundert es nicht, dass Einige dann von einem Gralsritter träumen, andere suchen sich Feindbilder auf die sie die „Schuld“ allen Versagens projizieren und wieder andere gehen auf die Straße und demonstrieren. Das Volk geht eigene Wege, weil es der Politik nicht mehr vertraut!

In den Pflegeeinrichtungen und Haushalten liegen die Pflegebedürftigen weiter in ihren Betten, warten auf Hilfe, sind zum Teil massiv unterversorgt, warten auf Unterstützung, ein freundliches Wort, einen Spaziergang im Rollstuhl, weil sie Wochenlang den Himmel nicht mehr gesehen habe, oder möchten sterben, weil sie die Sinnlosigkeit ihres Leidens nicht mehr ertragen können. All das findet tagtäglich hunderttausendfach in dieser Gesellschaft statt und die Gesellschaft schaut weg. Der eine oder andere brisante Fall findet schon mal seinen Weg in die Medien, ist aber am nächsten Tag auf Grund der Flut negativer Schlagzeilen, schon wieder vergessen. Es ist ein Armutszeugnis, dass sich seit Jahren nichts ändert und die Menschen weiter leiden, es ist ein Armutszeugnis, dass Pflegekräfte mit dieser unbewältigten Problematik alleine gelassen werden, es ist ein Armutszeugnis, dass Konzerne weiterhin Millionengewinne auf dem Rücken dieser abhängigen Menschen machen dürfen und es ist ein Armutszeugnis, dass Politik nicht gegen die Macht des Geldes ankommt und sich hinter den von ihnen gemachten Gesetzen versteckt. Nur Politik kann das auch ändern, müsste sie dafür mit der Wunderkraft eines Gralsritters ausgestattet sein, um der Macht des Geldes entgegen zu treten?                                                                                            Wer nun dem Gral zu dienen ist erkoren,
den rüstet er mit überirdischer Macht;
an dem ist jedes Bösen Trug verloren,
wenn ihn er sieht, weicht dem des Todes Nacht; (Lohengrin 3. Akt)

Diese „Wunderkraft“ kann Menschen erfassen, wenn sie ein klares Ziel haben, das den Menschen zum Mittelpunkt ihres Handelns macht, sie sich durch nichts beirren lassen, der Kompromiss keine Chance hat und natürlich die weitere Politische Karriere nicht im Vordergrund steht. Übrigens Herr Spahn, Politik braucht wieder Menschen, die in erste Linie ihrem Volk dienen und wissen was es braucht. 2,9 Millionen Menschen dieses Volkes brauchen dringend eine Kehrtwende in der Pflegepolitik.

Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.